Groschek: „Kyllradweg bleibt mautfrei“

Mit acht scharfen Scheren wurde am Sonntagmorgen in Jünkerath-Glaadt  das Absperrband am neuen Kyllradweg durchtrennt. Damit wurde das 5,5-Millionen-Euro-Projekt auf der ehemaligen Bahntrasse zwischen Jünkerath und Losheim offiziell für die radbegeisterte Öffentlichkeit freigegeben.

Bevor der gut 19 Kilometer lange Radweg jedoch mit sechs Aktionspunkten zum Radeln einlud, gab es im Festzelt auf dem Glaadter Kirmesplatz ein Eröffnungsprogramm, zu dem sich vor allem viel Politprominenz einfand. Diane Schmitz, Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Obere Kyll, wies darauf hin, dass es vor allem die Straßenbaubetriebe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen gewesen seien, die das Radwegprojekt verwirklicht hätten. „Ich darf mich daher für die gute interkommunale Zusammenarbeit zwischen zwei Staaten, zwei Bundesländern, zwei Kreisen und vier Kommunen bedanken“, so Schmitz. Das Projekt selber sei komplett aus Bundesmitteln finanziert worden.

Die rheinland-pfälzische Staatssekretärin Heike Raab, die in Vertretung von Minister Roger Lewentz nach Jünkerath gekommen war, erinnerte daran, dass die Bahnstrecke vor 100 Jahren zur Kriegsvorbereitung gebaut worden sei und freute sich, dass der Kyllradweg heute nur noch einem rein friedlichen Zweck diene, nämlich dem Radfahren. Sie nannte den neuen Radweg einen „Lückenschluss von überregionaler Bedeutung“ sowie ein „Premium-Produkt“.

Der nordrhein-westfälische Verkehrsminister Michael Groschek legte zunächst das Bekenntnis ab, dass er bereits ein „Teilzeit-Eifeler“ geworden sei. Er versprach mit einem Augenzwinkern, dass der neue Radweg länderübergreifend und dennoch mautfrei für alle bleiben werde. Und mit einem weiteren Seitenhieb in Richtung Berlin meinte er, dass sich die Bunderegierung über die Eifeler freuen dürfe, da diese den ihnen gesteckten Kostenrahmen nicht überschritten hätten. „Anders als bei gewissen Flugplatzprojekten“, so der Minister.

Landrat Günter Rosenke, Kreis Euskirchen, pries den Radweg als weiteren Baustein zu einem „grenzenlosen Tourismus“. Doch ohne die gute Zusammenarbeit zwischen Ländern, Kreisen und Kommunen, so ließ er wissen, hätte das Geld nicht ausgereicht. „Lasst uns so weitermachen“, forderte er daher alle Beteiligten auf. Gemeinsinn dürfe auch in Zukunft kein Fremdwort sein.

Isabelle Weykmans, Ministerin für Tourismus in der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, betonte, dass der neue Radweg nicht nur Lebensqualität für die in der Eifel lebenden Menschen, sondern auch für deren Gäste bedeute. Bei vergleichbaren Projekten anderswo seien die Gästezahlen um 30 Prozent gestiegen. „Dazu muss die Infrastruktur und die Qualität aber auch jeden Tag stimmen“, so die Ministerin, und man müsse immer wieder etwas Neues anbieten.

Für das Rahmenprogramm sorgten am Sonntagmorgen der „Zirkus Salentin“ von der Graf Salentin Schule in Jünkerath sowie ein Team der „Fair Play Tour“. Die jungen Leute zeigten akrobatische Einlagen auf ihren Einrädern.

Sodann aber hatten die Radler das Sagen. Nach einem Segen durch Pfarrer Reinhard Mahlmann ging es auf die Piste. Auch einige Politiker stiegen aufs Rad. Allen voran der raderprobte Euskirchener Landrat Günter Rosenke, der sich mit Minister Michael Groschek, Staatssekretärin Heike Raab und Landtagsmitglied Dr. Ingo Wolf in einer Vierergruppe auf den Weg machte.

Wer wollte, der konnte sich – so wie die Politiker - an diesem Tag auch ein Rad vor Ort leihen. Neben anderen Verleihern hatte die „ene“-Unternehmensgruppe beispielsweise auch sieben E-Räder zur Verfügung gestellt. Eines davon bestieg Kreispressesprecher Walter Thomaßen. Als er an der ersten Station am Kronenburger See ankam, machte er sich sogleich auf den Weg zum Informationsstand der „ene“, um Pressesprecherin Kerstin Zimmermann seine Begeisterung mitzuteilen. „Einfach toll“, befand Thomaßen, „sowohl die Strecke als auch das Rad. Das macht einfach Riesenspaß.“

Bereits kurz zuvor war die „Ausreißer-Gruppe“ um Landrat Rosenke und Minister Groschek in Kronenburg eingetroffen, wo man in Ruhe einen Blick auf die Aussteller am See warf, bevor die Reise weiterging.

„Wir haben unsere Räder zur Verfügung gestellt, weil E-Mobilität für uns als regionaler Energiedienstleister ein wichtiges Thema ist“, berichtete Kerstin Zimmermann. Sie erinnerte daran, dass man erst kürzlich in Bad Münstereifel eine eigene E-Bike-Ladestation errichtet hatte, an der bis zu 16 Akkus gleichzeitig aufgeladen werden könnten.

Die „ene“ fördert darüber hinaus seit vielen Jahren den Radsport in der Region. Als Hauptsponsor der „Tour de Ahrtal“ beispielsweise sorgt sie dafür, dass einmal im Jahr Zehntausende gefahrlos an den Start gehen können, um die rund 80 Kilometer lange Tour von der Ahrquelle in Blankenheim bis zur Mündung in den Rhein bei Sinzig auf gesperrten Straßen anzutreten.

Eifeler Presse Agentur/epa