ene-Unternehmensgruppe übernahm Patenschaft für hölzernen Doppelzweier

Schülerinnen und Schüler des Rudervereins Kronenburger See freuten sich über neue Skulls und drehten für den regionalen Energiedienst-leister eine kleine Ehrenrunde 

Dahlem-Kronenburg – „Was für ein herrlicher Anblick“, schwärmte der erste Vorsitzende des Schülerrudervereins Kronenburger See, Sebastian Sammet. Sein Blick schweifte dabei in die Ferne, wo ein Doppelzweier samt Steuerfrau über den glatten Spiegel des Sees dahintrieb. Das Wohlgefallen galt dabei jedoch nicht nur dem Können der drei jungen Damen, die dort ihre Bahn zogen, sondern dem Boot, in dem sie saßen. „Solche Holzboote in Klinkerbauweise werden heute kaum noch hergestellt“, berichtete Sammet, der als Pädagoge an der Graf Salentin Schule in Jünkerath arbeitet. Aufgrund ihrer besonderen Stabilität im Wasser seien diese Boote aber besonders gut für den Schülersport geeignet. Bei der Klinkerbauweise, so erklärte Sammet, würden die Planken nicht Kante an Kante, sondern überlappend angebracht, womit eine größere Wasserdichtigkeit gewährleistet sei.

Anlass der kleinen Bootstour auf dem Kronenburger See war die Patenschaft, die die ene-Unternehmensgruppe für den hölzernen Neuzugang des Rudervereins übernommen hatte und die fortan optisch an der kleinen Unternehmensflagge am Heck sowie dem Logo des regionalen Energieversorgers auf den Ruderblättern zu erkennen ist. Das Boot stammt aus den 1960er Jahren und war zuvor bei der Bonner Rudergesellschaft regelmäßig in See gestochen. Das Alter sieht man dem Doppelzweier aber nicht an, die gute Pflege scheint sich bezahlt gemacht zu haben. Neu, so berichtete Sammet, müsse man für so ein handgefertigtes Boot an die 25.000 Euro ausgeben.

ene-Pressesprecherin Sandra Ehlen berichtete, dass man den Ruderverein während des Aktionstags der Wirtschaft kennengelernt habe, den die Kreiswirtschaftsförderung im vergangenen Jahr ins Leben gerufen hatte. „Wir fördern besonders gern Jugend- und Sportprojekte, und die engagierte und jugendorientierte Arbeit im Ruderverein hat uns gleich gefallen“, sagte sie. Das habe nicht zuletzt auch ein wenig mit der Metaphorik des Ruderns zu tun. „Denn die jungen Leute lernen hier, dass sie zusammen in einem Boot sitzen und nur gut vorankommen, wenn alle ihr Bestes geben und sie ein gemeinsames Ziel vor Augen haben. „Eine solche Einstellung kann man später auch in jedem Unternehmen gut gebrauchen“, so Ehlen, denn dort sei, um erfolgreich zu sein, mehr denn je Teamwork gefragt und einer müsse sich auf den anderen verlassen können. Weil man beim Rudern aber auch schon mal nass wird, hatte die Pressesprecherin für die jungen Leute gleich noch einen Stapel Funktionsshirts mitgebracht.

Dass das Rudern für junge Leute auf dem Kronenburger See überhaupt möglich ist, dafür sorgen nicht nur rheinlandpfälzische und nordrhein-westfälische Sponsoren wie die „ene“, sondern auch 55 zahlende Mitglieder des Rudervereins.

Besonders das Ausbildungs- und Wanderrudern liegt Sebastian Sammet am Herzen. „Das Wanderrudern – wir waren bereits mehrfach in Potsdam und werden dieses Jahr nach Spandau fahren – bietet unseren Ruderinnen und Ruderern auf diversen Wasserstraßen zahlreiche Möglichkeiten, ihre Kenntnisse vom Kronenburger See auch überregional einzubringen und nicht zuletzt auch für unsere Region zu werben.“ Der Kronenburger See sei beispielsweise groß genug, um dort eine 500-Meter-Regatta abzuhalten. „Dazu können wir drei bis vier auswärtige Vereine einladen, die wir hier auch beherbergen können“, schwärmte Sammet.

Erst kürzlich erhielt der Schülerruderverein aus Spendengeldern ein eigenes Bootshaus und konnte seine Attraktivität damit noch einmal deutlich steigern. Derzeit nutzen vor allem Schülerinnen und Schüler der Graf Salentin Schule aus Jünkerath sowie der Astrid Lindgren Schule aus Schmidtheim die Rudermöglichkeiten am Kronenburger See. Der Verein pflegt nicht nur Kooperationen mit anderen Rudervereinen, sondern auch mit Werften und Betrieben vor Ort, so dass auch ein Bezug zur Berufsorientierung gegeben ist. Weiterhin unterstützt der Ruderverein die Schulen bei Naturschutzarbeit und Umwelterziehung und hat bereits Erfahrungen im Pararudern (früher Handicaprudern) sowie im Rudern mit jugendlichen Flüchtlingen gesammelt, angesichts der Herkunftsgeschichte mancher jungen Leute eine besondere Herausforderung.

Eifeler Presse Agentur/epa

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Alles hört auf das Kommando der Steuerfrau, erst dann wird abgelegt. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
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Theo Weidebach (v.l.), Sebastian Sammet, Sandra Ehlen und die jungen Leute vom Schülerruderverein präsentierten stolz das neue Holzboot. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
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Holzboote in Klinkerbauweise sind selten geworden. Für Anfänger sind sie jedoch wegen ihrer höheren Stabilität ideal. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa