Über 600 Blankenheimer Kinder sammelten 8692 Grüne Meilen

Angesichts der katastrophalen Folgen, die der Klimawandel schon heute mit sich bringt, wirken Klimaschutzkonferenzen oft mehr als halbherzig. Offensichtlich geht es vielen Politikern nach wie vor mehr um Lobbyarbeit als um die nachfolgenden Generationen, denen man gedankenlos eine zerstörte Umwelt hinterlässt. Die europaweite Kampagne „Kindermeilen – Kleine Klimaschützer unterwegs“ versucht daher die zu mobilisieren, die die Folgen einer weltweit verfehlten Klimapolitik zukünftig ertragen müssen: die Kinder selbst.

Junge Leute in vielen Ländern der Welt sind derzeit aufgerufen, nicht nur Klimameilen zu sammeln, sondern auch „Wunschfüße“ mit ihren Vorschlägen und Forderungen an die Klimapolitiker zu basteln, um damit im Dezember in Paris den Teilnehmern der UN-Klimakonferenz zu zeigen, wie sehr die Kinder Europas sich ein starkes internationales Klimaabkommen wünschen.

„Ich wünsche mir, dass Atomkraftwerke abgeschaltet werden, dass es mehr Wind- und Sonnenergie gibt und dass alle Menschen in Frieden leben“, hörte man am Freitagmorgen in der Weiherhalle in Blankenheim gleich mehrfach. Über 600 Kinder waren dort zum Abschluss der diesjährigen Kindermeilen-Aktion zusammengekommen, um das Gesamtergebnis zu feiern: 8692 Grüne Meilen. So viele Strecken wurden nämlich von den Kindern in diesem Jahr zu Fuß, auf dem Roller, dem Rad, in Bus und Zug zurückgelegt. Das Ergebnis wird mit selbstgebastelten Plakaten und Wünschen auf fußförmigen Zetteln den Teilnehmern der Pariser Klimakonferenz überreicht.

„In Kooperation mit dem Klimaschutzmanagement der Gemeinde Blankenheim beteiligten sich dieses Jahr die Kindergärten Hülchrath, Dollendorf, Ripsdorf und Mülheim, der Grundschulverbund mit allen Klassen an drei Standorten sowie die Gesamtschule mit ihren beiden Klassen an der Kampagne“, berichtete Klimaschutzmanagerin Cora Arbach von der Gemeinde Blankenheim, die das Projekt organsiert hat.

Doch die Kinder bewegten sich nicht nur klimaneutral von A nach B, in den teilnehmenden Einrichtungen fanden auch zahlreiche Veranstaltungen zum Thema Klimaschutz statt. So berichteten die Kinder, dass sie viele Dinge über Strom gelernt, mit der Dampfmaschine experimentiert, klimafreundlich gekocht und auch einen Tag ganz ohne Strom verbracht hätten. Darüber hinaus wurden Windräder gebastelt und den Kindern wurde erklärt, wie man Solarstrom erzeugt.

Cora Arbach bedankte sich vor allem bei den Eltern, die viele Klimaschutz-Aktionen überhaupt erst möglich gemacht hatten. Bürgermeister Rolf Hartmann dankte darüber hinaus den „lieben Sponsoren“, die die Gemeinde bei dem Projekt unterstützten. So hatte die die ene-Unternehmensgruppe, die Bürgerstiftung der Kreisparkasse Euskirchen (KSK) und auch die Windenergie Nordeifel die kleinen Klimaschützer gefördert.

„Es ist enorm wichtig, dass schon Kinder lernen, bewusst mit Energie umzugehen und sich Gedanken über den Klimaschutz machen“, so der Vorsitzende der Bürgerstiftung Markus Ramers. Als Lehrer habe er dieses Projekt daher besonders gern unterstützt. Dem konnte der KSK-Betriebsleiter Volker Zart nur zustimmen: „Als Kind lernt man oft ganz mühelos Dinge, mit denen man sich als Erwachsener sehr schwertut.“

„Regenerative Energieerzeugung ist ja eines unserer Hauptthemenfelder“, sagte ene-Pressesprecherin Kerstin Zimmermann. „Ab 2030 wollen wir unsere Kunden nur noch mit nachhaltig erzeugter Energie versorgen. Das geht natürlich nur, wenn auch die Akzeptanz der Kunden für Grünstrom steigt, und da muss man natürlich schon heute, wie hier in Blankenheim, bei den Kindern anfangen, Aufklärung zu betreiben.“

Dass Klimaschutz auch Spaß machen kann, bewiesen die Kinder abschließend mit einem Lied, das sie mit Kinderliedermacher Uwe Reetz einstudiert hatten. 600 Kinderkehlen sangen laut und fast bis nach Paris vernehmlich: „Komm, mach mit und sei dabei, wir sparen uns das CO2.“